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Schwarz und Bandt zum ZKL-Bericht - Chance für Neuanfang der Beziehung von Agrar- und Umweltverbänden

(C) ZKL

BERLIN. Der Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) bietet die Chance für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen Agrar- und Umweltverbänden. Zu dieser Einschätzung kommen der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz, und der Vorsitzende vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, im gemeinsamen Interview mit AGRA-EUROPE. Es habe sich gezeigt, „dass wir als Vertreter der Landwirtschaft konstruktiv mit den Schützerverbänden reden und zu Ergebnissen kommen können“, sagt DBV-Verhandlungsführer Schwarz. Als Meilenstein bezeichnet Bandt die Erfahrung in der Zukunftskommission, „mit dem Bauernverband einen ernsthaften Dialog zu führen und dabei zu gemeinsamen Positionen zu kommen“.

Sowohl Schwarz als auch Bandt bekräftigen den Willen, im Dialog zu bleiben. Zwar werde es auch in Zukunft immer wieder Auseinandersetzungen geben. Man habe jedoch gelernt, dass man diese Konflikte lösen könne. „Wir kommen nur zueinander, wenn wir vernünftig miteinander reden“, so der DBV-Vizepräsident. Zu einem veränderten Umgang gehört den beiden Verbandsvertretern zufolge eine andere Tonlage als in der Vergangenheit. „Kampfbegriffe“, die auf beiden Seiten genutzt würden, seien nicht zielführend.

Schwarz und Bandt betonen die Verantwortung der Politik, die Empfehlungen der Zukunftskommission aufzugreifen. Der Koalitionsvertrag der künftigen Regierungskoalition werde zeigen, „wie ernsthaft der politische Wille ist, den Umbau der Landwirtschaft zu begleiten“. Zur Nagelprobe werde die Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission. Schwarz: „Für die nächste Bundesregierung gibt es keine Ausreden mehr.“

Beide Spitzenvertreter weisen darauf hin, dass der Abschlussbericht für ihre jeweilige Klientel Zumutungen enthält. Schwarz bezeichnet das Auslaufen der klassischen Direktzahlungen bis spätestens Ende der übernächsten Förderperiode als einen Punkt, „den wir unseren Mitgliedern am meisten werden erklären müssen“. Auf Bedenken werde zudem stoßen, dass Abgaben auf Pflanzenschutzmittel oder Stickstoffdünger unter bestimmten Voraussetzungen eine Option sein könnten. Hier hätten sich aber Agrar- und Umweltvertreter genauso aufeinander zu bewegt wie bei der Tierhaltung. Dabei habe man deutlich machen können, dass die Tierhaltung in Deutschland kein flächendeckendes Problem darstelle, sehr wohl aber in einzelnen Regionen mit hoher Viehdichte.

Bandt räumt ein, dass staatliche Vorgaben für einen Abbau der Tierbestände nicht durchsetzbar gewesen seien. Stattdessen habe man sich darauf verständigt, dass die Reduzierung über die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten kommen müsse. „Schmerzhaft“ nennt der BUND-Vorsitzende die Groß-Klein-Debatte in der ZKL. Für den BUND sei immer klar gewesen, dass kleine Betriebe größere ökologische Leistungen erbringen und besonderer finanzieller Unterstützung bedürften. Für beides habe man in der Zukunftskommission jedoch keine wissenschaftlichen Belege finden können.

Beide, Bandt und Schwarz, bekräftigen den Stellenwert des Abschlussberichts der ZKL für die künftige Agrarpolitik. Er zeige klare Perspektiven auf, in welche sich die Landwirtschaft entwickeln sollte. Damit biete der Bericht jungen Landwirtinnen und Landwirten eine langfristige Orientierung. AgE

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