Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Radio öffnen
StartPause

realPlayerWinampiTunesWindows Media Player

EU-Düngemittelstrategie - Europaparlamentarier kritisieren Brüsseler Pläne

© Martin Häusling, Norbert Lins (v.l.)

BRÜSSEL. Die heute von der EU- Kommission vorgelegte Düngemittelstrategie ist im Europaparlament auf breite Kritik gestoßen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Als „Licht und Schatten“ bezeichnete der Vorsitzende des EU-Landwirtschaftsausschusses, Norbert Lins, die Mitteilung der Brüsseler Behörde. Kurzfristig sehe er zu wenige Bemühungen, die dramatische Versorgungslage bei Düngemitteln zu verbessern. Sein Ausschusskollege, der Agrarsprecher der Fraktion der Grünen/EFA, Martin Häusling, stieß sich derweil an der Kommissionsforderung, die energieintensive Düngemittelindustrie direkt finanziell zu unterstützen. „Düngemittelunternehmen sind die größten Krisengewinnler und haben ihre Gewinne teilweise verdoppelt“, gab der Grünen-Politiker zu bedenken.

Lins beklagte indes, die Kommission hätte alle Hebel in Bewegung setzen müssen. Leider werde jedoch beispielsweise die Möglichkeit des Aussetzens der momentan geltenden Antidumpingmaßnahmen für einen gewissen Zeitraum - natürlich nicht auf Russland bezogen - mit Verweis auf deren Gültigkeit bis 2024 nicht in Erwägung gezogen, monierte der CDU-Politiker.

Positiv sei hingegen, dass die Kommission die verstärkte Nutzung von organischem Dünger hervorhebe. „Wir alle teilen das langfristige Ziel - die Unterstützung des Übergangs zu einer nachhaltigen Nutzung von Düngemitteln“, so Lins. Nachhaltige Alternativen zu Mineraldüngern gebe es. Nur brauche man hierfür nicht nur eine Langzeitvision, sondern konkrete und kurzfristig machbare Vorschläge. „Als Signal zur Sicherstellung der weltweiten Ernährungssicherheit und an unsere Landwirtinnen und Landwirte taugt die heutige Mitteilung deshalb leider nur bedingt“, konstatiert der Ausschussvorsitzende.

Häusling forderte von der Kommission, endlich bei den Düngemittelunternehmen aktiv zu werden, um Spekulationen einzudämmen und Übergewinne zu versteuern. Richtig wäre es, wenn die Kommission ihre eigenen Nachhaltigkeitsstrategien, die eine Reduktion von mineralischen Düngemitteln bis 2030 um 20 % verlangten, ernst nehmen würde. Im Weiteren stellte der Grünen-Politiker klar, dass künftig stärker nachhaltige Systeme in der Landwirtschaft vorangebracht werden müssten. Als Beispiel nannte er den Leguminosenanbau, der die natürliche Fruchtbarkeit der Böden verbessere. Zudem sei ein besserer Einsatz von organischen Düngemitteln erforderlich. AgE/kl

Unsere Kooperationspartner, Unterstützer und Sponsoren

WEITERE NEWS

BERLIN. Das Eckpunktepapier zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung soll in der kommenden Woche im Kabinett beschlossen werden. Das hat Dr. Doris Heberle, Unterabteilungsleiterin im Bundeslandwirtschaftsministerium, heute bei der Tagung „Zukunft...

Weiterlesen

BERLIN. Die Grüne Gentechnik kann dazu beitragen, die globale Ernährungsversorgung zu sichern. Davon ist der Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, Prof. Matin Qaim, überzeugt. Zwar stelle die Gentechnik kein...

Weiterlesen

POTSDAM. Die Landwirte in Brandenburg wehren sich gegen Falschzuweisungen der Nitratbelastungen im Grundwasser. „Betrieben, die präzise und schonend düngen, dürfen keine Auflagen gemacht werden, denn sie sind nicht der Verursacher der heutigen...

Weiterlesen

BRÜSSEL. Den Hoffnungen einiger Akteure, dass Stickstoff und Phosphor aus mineralischem Dünger durch organische Quellen ersetzt werden könnten, wird von Seiten der EU-Düngemittelindustrie entgegengetreten. Wie der Generaldirektor des Europäischen...

Weiterlesen

BERLIN. Für Enttäuschung sorgt der Agrarhaushalt für das kommende Jahr beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Wer 30 % Bio will, muss auch mindestens 30 % seiner Ressourcen in Bio investieren“, erklärte der geschäftsführende Vorstand...

Weiterlesen

BERLIN. Ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf den Agrarhaushalt 2023 haben Koalition und Opposition anlässlich dessen abschließender Beratung heute im Bundestag deutlich gemacht. Während nach Auffassung der SPD der Etat des...

Weiterlesen