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EU-Agrar- und Umweltpolitik - Hennies kritisiert „extreme Zwangsextensivierung“ der Landwirtschaft

Dr. Holger Hennies © Landvolk Niedersachsen

HANNOVER. Erneut harsche Kritik an den aktuellen Vorschlägen für neue EU-Verordnungen zur Agrar- und Umweltpolitik hat der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Dr. Holger Hennies, geübt. Die in den vergangenen Wochen und Monaten von Brüssel auf den Tisch gelegten Maßnahmen wie die Pflanzenschutzmittelreduktion (SUR), die Wiedervernässung der Moore oder die Änderungen der Roten Gebiete würden den Landwirten das Gefühl vermitteln, „dass die Landwirtschaft in Deutschland abgeschafft werden soll“, monierte Hennies heute in Hannover. Dabei hätten die heimischen Bauern zum Beispiel in den vergangenen fünf Jahren stark zum Abbau der Nährstoffüberschüsse beigetragen und im Rahmen des „Niedersächsischen Weges“ praktikable Lösungen zur Steigerung der Artenvielfalt angeboten und umgesetzt.

„Viele Ziele, die man erreichen möchte, wie etwa Klimaschutz oder Förderung der Artenvielfalt, teilen wir auch, lehnen aber die Mittel und Wege der EU ab“, erklärte der Landvolkpräsident. Meist fehle eine Folgenabschätzung für die Landwirtschaft und auch für die ländlichen Regionen. „Die extreme Zwangsextensivierung der Landwirtschaft durch die EU ist das Problem“, brachte es Hennies auf den Punkt. Diese sei weder zeitgemäß noch begründet, noch nütze sie der globalen Umwelt.

„Letztendlich machen die Agrar- und Umweltauflagen nur das Essen knapper und somit teurer“, warnte Hennies. Was nicht in Deutschland oder in der EU geerntet und weiterverarbeitet werde, finde anderenorts zu weit schlechteren Bedingungen für Mensch und Umwelt statt. Deshalb müsse der Berufsstand jetzt auf die Bürger und auch auf die Umweltpolitiker direkt zuzugehen.

Um sich Gehör zu verschaffen, wollen laut Hennies Landwirte aus Niedersachsen sowie aus weiteren Bundesländern vom 23. bis 25. November rund um die Umweltministerkonferenz (UMK) in Goslar mit Politikern ins Gespräch kommen und die Bürger informieren. Begleitet wird dies von einer bereits gestarteten Plakatkampagne des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land. Am ersten und zweiten Konferenztag sollen zudem Trecker-Korsos rund um Goslar stattfinden. Seinen Höhepunkt soll der Protest am 25. November mit einer Menschenkette durch die Innenstadt und einer Kundgebung auf dem Jacobikirchhof erreichen. AgE/jo

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