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Sonder-AMK - Bund will zusätzliche Klimaschutzleistungen des Waldes noch dieses Jahr honorieren

Landwirtschaftsminister Özdemir © BMEL

MAGDEBURG/BERLIN. Der Bund will noch dieses Jahr in die gezielte Honorierung von Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen des Waldes einsteigen. Das hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir heute am Rande der Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) zum Wald angekündigt, die als Videoschalte stattfand.

Geplant ist eine Förderrichtlinie mit zunächst einem Modul, das honorierbare Zusatzleistungen für Klimaschutz und Biodiversität enthält. Die Förderrichtlinie soll sukzessive um weitere Module ergänzt werden, kündigte Özdemir an. Für das neue Programm sollen im ersten Jahr 200 Mio Euro locker gemacht werden, die sich über die Legislaturperiode auf 900 Mio Euro summieren.

Ins Spiel brachte Özdemir bei der Sonder-AMK auch eine Art „Stilllegungsprämie“, sollte ein Waldstück komplett aus der Nutzung genommen werden. Mit dieser Ankündigung traf er erwartungsgemäß auf Widerspruch seiner Amtskollegen aus den SPD- und unionsgeführten Länderagrarressorts. So kritisierte Dr. Till-Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern den Ansatz, Waldbauern für Extensivierungsmaßnahmen zu bezahlen. „Unsere Devise heißt stattdessen Schützen durch Nutzen“, erklärte Backhaus. Ins gleiche Horn stieß Peter Hauk aus Baden-Württemberg. Er sieht die EU mit Waldstillegungen im Zuge ihrer Biodiversitätsstrategie auf einem Holzweg. “Das beißt sich mit der Ankündigung aus Brüssel, mit voller Kraft in den Klimaschutz einzusteigen“, unterstrich Hauk. Wo immer möglich, müsse fossiler durch regenerativen Kohlenstoff ersetzt werden. „Es ist jetzt an Deutschland zu zeigen, dass beides geht: Der Schutz von Biodiversität und ein hoher Beitrag für Klimaschutz“, sagte Hauk.

Axel Vogel aus Brandenburg hielt dagegen: Bei 5 % nicht genutztem Wald, wie dies die Biodiversitätstrategie des Bundes vorsehe, sei immer noch ein Anteil von 95 % der Wälder in Nutzung. „Wir wollen, dass Waldbauern ebenso wie die Landesforsten auch künftig Einnahmen aus der Holznutzung erzielen“, stellte der Potsdamer Agrarminister klar. Für den Grünen-Politiker ist beim Einstieg in die Honorierung von Ökosystemleistungen entscheidend, dass sich der bürokratische Aufwand für die Länderverwaltungen in Grenzen hält. Deshalb sollte bei der Durchführung der Programme auf bestehende Zertifizierungssysteme wie PEFC und FSC aufgesetzt werden. AgE

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