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Reduzierung des Torfabbaus - Deutsche Forderung stößt im Agrarrat auf geteiltes Echo

Bild von bernswaelz auf Pixabay

BRÜSSEL. Die Forderung Deutschlands nach einer europaweiten Einschränkung des Einsatzes von Torfsubstraten in Gartenerden stößt bei den Amtskollegen von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf ein geteiltes Echo. Wie der Grünen-Politiker heute beim Agrarrat zu der von ihm angestoßenen Initiative darlegte, wünscht die Bundesrepublik von der Kommission die Vorlage einer entsprechenden EU-Strategie. Özdemir stellte klar, dass es das Ziel aller Mitgliedstaaten sein müsse, über freiwillige Maßnahmen den Torfabbau deutlich zu begrenzen.

Dazu sei es wichtig, mehr Forschung in die gangbare Nutzung von Alternativen wie Kokossubstraten voranzutreiben. Der Berliner Ressortchef erinnerte daran, dass Moorflächen 3 % der Landesterritorien ausmachten; gleichzeitig würden diese aber bis zu 30 % des organischen Kohlenstoffs im Boden speichern. Zur Erfüllung des Ziels, bis 2030 im Vergleich zu 1990 mindestens 55 % der Treibhausgasemissionen zu senken, sei es wichtig, alle möglichen Klimaschutzmaßnahmen in Gang zu setzen.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski stellte mit Blick auf eine mögliche EU-Strategie zu dieser Thematik eine Prüfung des Anliegens in Aussicht. Allerdings erinnerte der Pole daran, dass Torf gerade im Gemüsebau ein wichtiges und teilweise unersetzliches Substrat sei. Auch stellte der Kommissar fest, dass im Rahmen der neuen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bereits verschiedene Möglichkeiten für einen optimierten Schutz der Moorflächen bestünden.

Ablehnend gegenüber den deutschen Forderungen äußerte sich der neue finnische Landwirtschaftsminister Antti Kurvinen. Mehrere Forschungsarbeiten hätten bereits gezeigt, dass es gegenwärtig keine gleichwertigen Alternativen für den Einsatz von Torfsubstraten im Gartenbau sowie bei der Anzucht von Baumsetzlingen gebe. Torf habe unter anderem den Vorteil, dass er hygienisch einwandfrei sei und auch keine Unkräuter enthalte. Ein Verzicht wäre auch angesichts der derzeit angespannten Versorgungslage mit Lebensmitteln „nicht ratsam“.

Rückenwind für seine ablehnende Haltung erhielt Kurvinen unter anderem von seinen Kollegen aus Polen und Lettland. Zurückhaltender gab sich der irische Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue. Sein Land brauche mehr Zeit, um diese „wichtigen Anliegen“ möglich zu machen, erklärte McConalogue. Unterstützung erhielt Özdemir von seinem niederländischen Amtskollegen Henk Staghouwer. Er habe sich bereits eine stärkere Einschränkung der Torfnutzung zum Ziel gesetzt. Auch der Gartenbausektor arbeite schon an Alternativen, so Staghouwer. AgE

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