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Pflanzenschutzmittelreduktion - COPA/COGECA sehen noch viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit

© COPA/COGECA

BRÜSSEL. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) sehen im Hinblick auf die Umsetzbarkeit des gestern von der EU-Kommission vorgelegten Gesetzesvorschlags zur Pflanzenschutzmittelreduktion noch viele Fragen offen. Die Kommission habe zwar mit einer EU-weiten Halbierung der Einsatzmenge sowie einer 50-prozentigen Senkung der Verwendung besonders gefährlicher Pestizide sehr strenge Vorgaben vorgelegt. Sie habe aber die Frage, wie dies genau erreicht werden solle, nur unzureichend beantwortet, beklagten die beiden Dachverbände heute in Brüssel.

COPA und COGECA riefen in diesem Zusammenhang zudem in Erinnerung, dass die Folgen dieses Vorhabens gemeinsam mit den anderen Zielen des Green Deal bereits in zahlreichen Studien evaluiert worden seien. Sämtliche Untersuchungen zu den Auswirkungen der Farm-to-Fork-Strategie und der Biodiversitätsstrategie hätten auf das große Risiko einer Reduzierung der EU-Agrarproduktion sowie die Verlagerung der Lebensmittelerzeugung in Drittstaaten hingewiesen. „Leider“ gehe der Kommissionsvorschlag zur Pflanzenschutzmittelreduktion sogar noch über die Ankündigungen in den Green-Deal-Strategien aus dem Jahr 2020 hinaus, monierten COPA und COGECA. Sie verwiesen auf die zusätzlichen nationalen Vorgaben.

Mit großer Besorgnis reagierte auch der Zentralverband Gartenbau (ZVG) auf den Verordnungsentwurf. „Die gestern veröffentlichten Regelungen werden dazu führen, dass unseren Gartenbaubetrieben in Zukunft noch weniger und vor allem kaum wirksame Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer funktionierenden Strategie des Integrierten Pflanzenschutzes zur Verfügung stehen werden“, warnte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer heute in Berlin. Grundsätzlich stützten die Gartenbauer zwar das Ziel, Risiken und Auswirkungen des Pflanzenschutzmitteleinsatzes auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt weiter zu verringern. Eine Halbierung der Aufwandmenge sei bei den gartenbaulichen Sonderkulturen allerdings nicht erreichbar.

Auch die Interessenvertretung des Landhandels in Deutschland - Der Agrarhandel - steht nach eigenem Bekunden für eine kritische Überprüfung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Ausdrücklich abgelehnt werden jedoch pauschale Minderungsziele. Diese seien mit den regional unterschiedlichen Bedingungen und den verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionssystemen nicht zu vereinbaren. Der Verband plädiert stattdessen für einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem den Landwirten flexible Instrumente an die Hand gegeben werden, um auf unterschiedliche klimatische sowie epidemiologische Entwicklungen reagieren zu können. AgE

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