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Österreich - Tierwohl-Gipfel spricht sich für Haltungskennzeichnung aus

© pixabay

WIEN. Die vier großen Lebensmittelhandelsketten Österreichs, Hofer, Lidl, Rewe und Spar, unterstützen das Vorhaben, in dem Alpenland eine verpflichtende Kennzeichnung der Tierhaltung einzuführen. Zu dieser Entscheidung kam es heute bei einem Transparenz- und Tierwohl-Gipfel, zu dem der für den Tier- und Konsumentenschutz zuständige Sozialminister Johannes Rauch eingeladen hatte. „Wir haben uns zusammen darauf geeinigt, bis Ende des Jahres in einem gemeinsamen Prozess eine entsprechende Kennzeichnung der Tierhaltungsform für Fleischprodukte zu erarbeiten“, erklärte Rauch nach dem Treffen.

Eine künftige Tierhaltungskennzeichnung soll es laut dem Minister den Verbrauchern ermöglichen, auf einem Blick zu erkennen, welchem Tierhaltungsstandard die gekauften Fleischprodukte entsprechen. Geplant sei, dabei auch die Agrarmarkt Austria (AMA) einzubeziehen. Auch der Handelsverband signalisierte seine Unterstützung für das Vorhaben. Diesbezügliche Gespräche mit dem Sozialministerium liefen seit Monaten auf Hochtouren. Der Verband hob hervor, dass der heimische Einzelhandel bereits mit gutem Beispiel vorangehe und längst größter Abnehmer von heimischem Fleisch aus tierfreundlicher Haltung sei.

Auf deutliche Kritik stieß das Treffen im Sozialministerium beim landwirtschaftlichen Berufsstand. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, nannte es „inakzeptabel“, dass die Bauern nicht in die Diskussionen zur Kennzeichnung eingebunden seien. „An so einen Tisch gehören nicht nur Handels- und Ministeriumsbosse, sondern auch Vertreterinnen und -vertreter aus der Praxis - also jene Menschen, die von der Tierhaltung leben müssen“, betonte der Kammerpräsident.

Laut Moosbrugger sind die Landwirte in einem hohen Maße daran interessiert, dass es den Tieren auf ihren Betrieben gut geht. Außerdem stünden das Tierwohl und die Zufriedenheit der Bäuerinnen und Bauern meist in direktem Zusammenhang. „Weiterentwicklungen können allerdings nur durch gemeinsame Anstrengungen der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden - bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten“, so der Kammerpräsident. Wie bei der Herkunft stehe der Berufsstand auch bei den Tierhaltungsformen mehr Transparenz offen gegenüber. Es sei allerdings ein schwieriger Drahtseilakt, die Vielfalt der kleinstrukturierten Tierhaltung Österreichs in ein Schulnotensystem einzuteilen und somit abzustufen. AgE

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