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Missernte bei Biogurken – Verarbeitungsindustrie rechnet mit steigenden Preisen

Foto: ©Couleur - Pixabay

BONN. Die Ernte von ökologisch angebauten Einlegegurken könnte in diesem Jahr um die Hälfte niedriger ausfallen als in Normaljahren. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) rechnet deshalb mit einem erheblich kleineren Angebot und entsprechend höheren Verbraucherpreisen. In den Hauptanbaugebieten in Niederbayern, im Rheinland und im Spreewald hätten kalte und feuchte Nächte in den wichtigen Monaten Juni und August das Pflanzenwachstum beeinträchtigt, berichtete der Verband heute in Bonn. Die feuchte Witterung habe die Entwicklung von Krankheiten gefördert. Die Pflanzen hätten stark unter Spinnmilben und Mehltau gelitten, gegen die es im Ökolandbau keinen ausreichenden Schutz gebe.

BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag bezeichnete die Situation als absurd: „Die Erntesaison 2020 war tagsüber zu heiß und zu trocken. Trotzdem kämpften die Biobauern mit kalten, feuchten Nächten. „Die halbe Ernte zu verlieren, ist dramatisch“, stellte Freitag fest. Beim BOGK geht man davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Missernte von der Landwirtschaft bis zum Kunden spürbar sein werden.

Im Gurkenanbau fehlt aufgrund der Ernteausfälle nach Einschätzung des Bundesverbandes ein Drittel der erwarteten Einnahmen. Die ersten Bauern, die die Industrie im Rahmen von festen Lieferverträgen belieferten, hätten bereits ihren Rückzug aus dem Bioanbau angekündigt. Auch für die Industrie seien die geringeren Mengen ein Problem, da diese sich auf die Kalkulation auswirkten.

Der BOGK wies darauf hin, dass die größere Abhängigkeit des Ökolandbaus vom Wetter ein Problem darstelle. Sie führe zu größeren jährlichen Schwankungen der Erntemengen. Darauf habe sich der spezialisierte Biofachhandel zwar eingestellt. Sollte aber die von der EU-Kommission in der Farm-to-Fork-Strategie geforderte Ausweitung der Ökolandwirtschaft von heute 8 % auf 25 % der Agrarflächen bis 2030 Realität werden, würden Ernteschwankungen auch für den regulären Einzelhandel zu einem normalen Phänomen, warnte der Bundesverband. Die Unternehmen der verarbeitenden Industrie könnten sich aber vorstellen, das Risiko von Miss- und Minderernten durch neue Vereinbarungen fair zwischen Verarbeitern und Handel aufzuteilen.

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