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LBV-Erntepressekonferenz - Rukwied: Bei den Landwirten muss mehr ankommen

Joachim Rukwied (2. v.l.) © Landesbauernverband in Baden-Württemberg

STUTTGART. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges schlagen auch in der Landwirtschaft voll durch. Wie der Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV), Joachim Rukwied, heute bei der Erntepressekonferenz in Stuttgart-Plieningen feststellte, belasten die gestiegenen Kosten bei Energie, Futter, Dünger und Pflanzenschutzmittel die Familienbetriebe schwer. „Bei den Landwirten muss mehr ankommen“, mahnte Rukwied. Er beklagte, dass die Verbraucher aufgrund der hohen Inflation vermehrt zu günstigeren Erzeugnissen griffen, beispielsweise aus Südeuropa oder aus Drittländern. Die regionale baden-württembergische Ware bleibe indessen liegen. Die Direktvermarkter verzeichneten ebenfalls rückläufige Verkaufszahlen.

Mit dem Rücken zur Wand stehen laut dem LBV-Präsidenten die Schweinehalter im Land. Die Frustration sei hoch, Zukunftsperspektiven schwer erkennbar. „Ein einst starker und traditioneller Betriebszweig steht vor dem Aus“, beklagte Rukwied. Die Tierhalter brauchten „ein klares Bekenntnis aller Marktbeteiligten in der Kette zur regionalen Erzeugung und schnelle politische Entscheidungen, die Zukunftsperspektiven erkennen lassen“.

Stark gefährdet sieht der Verbandspräsident auch die Zukunftsfähigkeit der Sonderkulturbetriebe. Der Mindestlohn, der ab Oktober auf 12 Euro pro Stunde steige, verdränge schon jetzt den Obst- und Gemüseanbau in EU-Regionen mit niedrigeren Löhnen und Sozialstandards. Beispielsweise seien die Erdbeerflächen im Land seit der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 um 22 % zurückgegangen, berichtete Rukwied. Die Spargelbauern hätten den Anbau ebenfalls reduziert, und andere Kulturen dürften folgen.

Zur diesjährigen Ernte in Baden-Württemberg stellte der LBV-Präsident fest, dass die Herbstkulturen massiv unter Wassermangel und Hitzestress litten. Davon seien vor allem die nördlichen Landesteile betroffen. Grünland und Mais seien zum Teil vertrocknet; Tierhalter füttern teilweise schon Winterfutter zu, erklärte Rukwied. Kämen zeitnah keine ergiebigen Niederschläge, sei hier bei fast allen Kulturen mit Ernteeinbußen von bis zu 50 % zu rechnen.

Noch recht gut ausgefallen ist dagegen offenbar die Halmgetreide- und Rapsernte. Der Landesbauernverband geht hier von einem landesweit insgesamt überdurchschnittlichen Ergebnis aus. Gemäß den Flächen- und Ertragszahlen des LBV wurden in diesem Jahr in Baden-Württemberg 1,60 Mio t Winterweizen und 955 000 t Gerste gedroschen; das sind 8,1 % sowie 6,1 % mehr als 2021. Die Winterrapsernte veranschlagt der Verband auf rund 194 000 t, womit das Vorjahresergebnis um gut 10 % übertroffen würde. AgE

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