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Klimaschutz - WWF drängt auf politisch begleitete Ernährungswende

Bild von Christine Sponchia auf Pixabay

BERLIN. Mit Blick auf die Folgen des heutigen Nahrungsmittelkonsums für das weltweite Klima hat der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland seine Forderung nach einer nachhaltigen Ernährungswende bekräftigt. Die Umweltschutzorganisation stützt sich dabei auf eine heute vorgestellte Studie, die sie zusammen mit der corsus - corporate sustainability GmbH durchgeführt hat. Danach ließe sich der klimatische Fußabdruck deutscher Verbraucher mit einer flexitarischen Ernährungsweise gegenüber dem heutigen Niveau um 27 %, mit einer vegetarischen um 47 % und mit einem rein veganen Lebensstil sogar um 48 % reduzieren. Letzteres würde einer jährlichen Ersparnis von immerhin 102 Mio t CO2-Äquivalenten entsprechen.

Vor diesem Hintergrund fordern die Umweltschützer die künftige Bundesregierung zu einer ressortübergreifenden Ernährungsstrategie auf. Das Ziel sollte eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten sein, die sich künftig im Rahmen „der planetaren Belastungsgrenzen“ bewegen müssten. Konkret sollten Bund und Länder bis 2022 verpflichtende Zielvorgaben und Mindestkriterien für eine nachhaltige Beschaffung und Verpflegung definieren. Der WWF schlägt hierzu die Umsetzung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und einen Anteil von 30 % Bioprodukten in öffentlichen Verpflegungsstätten vor.

Für eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten deutscher Verbraucher ist nach Auffassung des WWF die kurzfristige Einführung einer „Lenkungsabgabe“ auf tierische Lebensmittel erforderlich. Die Umweltschutzorganisation will allerdings nachhaltige Produkte, beispielsweise aus der ökologischen Tierhaltung, von dieser Regelung ausnehmen. Mittelfristig soll die „Lenkungssteuer“ in eine breiter gefasste Nachhaltigkeitssteuer auf Lebensmittel überführt werden. Der WWF fordert zudem die Einführung eines obligatorischen Nachhaltigkeitslabels für Lebensmittel.

„Im Moment werden jene Lebensmittel, die unser Klima und die Ökosysteme und damit die Grundlagen unseres Lebens und Wohlstands überbelasten, vorteilig behandelt“, konstatierte die WWF-Referentin für Ernährung und Landwirtschaft, Tanja Dräger de Teran. Sie wirft der jetzigen Bundesregierung vor, die Verantwortung für die ökologische Ernährungswende auf den Schultern der Verbraucher abgeladen zu haben. Dabei sei Deutschland Mitverursacher der globalen Ernährungskrise. Wer jedoch Regierungsverantwortung übernehmen wolle, müsse das Ernährungssystem dringend anpassen, um die Pariser Klimaziele erreichen und den Verlust der Biodiversität noch aufhalten zu können, betonte Dräger de Teran. AgE

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