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Interessenverband Milcherzeuger - Große ostdeutsche Milchviehbetriebe sehen sich gut aufgestellt

© IVM

BERLIN. Gut gerüstet sehen sich die großen ostdeutschen Milchviehbetriebe für die zunehmende öffentliche Diskussion um die Zukunft der Milcherzeugung in Deutschland. „Gerade in gut gemanagten und gut ausgerüsteten großen Milchkuhbeständen lässt sich ein hohes Tierwohl umsetzen“, so der Geschäftsführer des Interessenverbandes Milcherzeuger (IVM), Dr. Klaus Siegmund, gegenüber AGRA-EUROPE. Seiner Einschätzung nach besteht mittlerweile weitestgehend Einvernehmen darüber, dass die Betriebs- und die Bestandsgröße nicht ausschlaggebend für eine klima- und tierschutzgerechte Milchproduktion seien.

Von der neuen Bundesregierung erwartet der Verband, dass sie die Vorschläge der Borchert-Kommission für einen Umbau der Tierhaltung zügig umsetzen wird. „Unsere Betriebe brauchen einen finanziellen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, die gesellschaftlich geforderten höheren Tierwohlkriterien umzusetzen“, betont der IVM-Vorsitzende Christian Schmidt. Er sieht die Politik in der Verantwortung, sich am Status quo der Milchviehhaltung zu orientieren und den Unternehmen langfristige Planungssicherheit zu bieten. „Wir brauchen die Anerkennung der Landwirtschaft in den historisch gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland“, mahnt Schmidt. Das gelte im besonderen Maße für die großstrukturierten Milchbetriebe, „die sich im Wettbewerb durchgesetzt haben und deren Anteil an der ostdeutschen Milchproduktion weiter wachsen wird“.

Sowohl für Schmidt als auch für Siegmund weist die strukturelle Entwicklung in der ostdeutschen Milcherzeugung seit der Wiedervereinigung eine eindeutige Richtung auf. Durchgesetzt hätten sich Großbetriebe in den Bestandsgrößenklassen 500 bis 1 000 sowie mehr als 1 000 Kühen. Ihren Angaben zufolge werden in diesen Unternehmen derzeit rund 60 % der Rohmilch in den neuen Bundesländern erzeugt. Beide erwarten, dass dieser Anteil in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Viele dieser Betriebe seien Spitzenbetriebe im bundesweiten und europäischen Maßstab.

Für gescheitert hält Siegmund das nach der Wiedervereinigung formulierte politische Ziel, die Struktur in der ostdeutschen Milcherzeugung hin zu Familienbetrieben nach westdeutschem Muster „umzugestalten“. Von den 1995 rund 3 100 wieder- und neu eingerichteten Familienbetrieben mit bis zu 200 Kühen hätten inzwischen mehr als drei Viertel die Milchproduktion wieder aufgegeben. AgE

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