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Imkerei - COPA und COGECA drängen auf Novellierung der EU-Honigrichtlinie

Bild von PollyDot auf Pixabay

BRÜSSEL. Nach einem „katastrophalem Erntejahr“ für die Imker in der Europäischen Union drängen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) die Kommission dazu, die geplante Anpassung der EU-Honigrichtlinie schnellstmöglich anzugehen. Wie die Dachverbände heute berichteten, belaufen sich die Rückgänge der Honigproduktion im Vergleich zu 2020 auf 10 % bis 15 %. Neben den schlechten Witterungsbedingungen mache den Imkern in der EU auch der wachsende Importdruck aus den Drittstaaten zu schaffen.

Erneut kritisierten COPA und COGECA die geltenden Kennzeichnungsregeln. So müssten gemäß der EU-Honigrichtlinie von 2001 sortenreine Honige präzise mit Angaben über die Honigart und über das Herkunftsland etikettiert sein. Für Honiggemenge verschiedener Herkünfte reichten dagegen Bezeichnungen wie „Mischung von Nicht-EU-Honigen“ sowie „Mischungen von EU-Honigen“ oder „Mischungen von EU- und Nicht-EU-Honigen“. Diese Kennzeichnungsvorschriften benachteiligten die europäischen Honigproduzenten erheblich. Die Kommission müsse diesen Missstand daher dringend angehen.

DiesesJahr haben laut COPA und COGECA extreme Wetterereignisse die Blüte- und Flugzeiten der Bienen erheblich verkürzt und damit die Honigproduktion negativ beeinflusst. Verwiesen wird in dem Zusammenhang auch auf die zunehmenden Waldbrände in Griechenland sowie die Überschwemmungen in Belgien und Deutschland. Währenddessen würden die Honigimporte immer weiter steigen. Aufgrund der Herkunftsbezeichnungen sei dies für die Verbraucher nicht einmal transparent nachzuvollziehen, monieren die beiden Dachverbände.

Einem aktuellen Bericht der Kommission zufolge sind die Honigeinfuhren aus Drittstaaten tatsächlich weiter gestiegen. Im Jahr 2020 wurden 174 885 t in die EU eingeführt, was einem Plus von 4,7 % gegenüber 2019 entsprach. Der Hauptlieferant von Honig in die Gemeinschaft war zuletzt die Ukraine, die ihren Marktanteil von 24,3 % im Jahr 2018 auf 31,3 % im Jahr 2020 steigern konnte. Der durchschnittliche Preis für ein Kilogramm ist in der Ukraine indes von 1,83 Euro im Jahr 2018 auf 1,53 Euro im vorigen Jahr gesunken.

Das gilt auch für den zweitwichtigsten Honiglieferanten China. Dort gaben die Preise für ein Kilogramm Honig im Mittel von 1,51 Euro im Jahr 2018 auf 1,38 Euro im Jahr 2020 nach. Dagegen beliefen sich die mittleren Produktionskosten in der EU auf 3,5 Euro bis 4 Euro pro Kilogramm Honig. AgE

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