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Getreideernte 2022 - Bauernverband geht von nur 41,2 Millionen Tonnen aus

© pixabay

BERLIN/DAHME. Mit Blick auf die diesjährige Getreideernte gibt sich der Deutsche Bauernverband (DBV) deutlich pessimistischer als die aufnehmende Hand. „Wir erwarten eine unterdurchschnittliche Ernte bei großen regionalen Unterschieden. In einigen Regionen haben die lange Trockenheit und die Hitze der letzten Tage deutliche Schäden in den Beständen verursacht, so dass die Ertragserwartungen erneut unter dem langjährigen Mittel liegen“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute bei der Erntepressekonferenz auf Gut Kemlitz bei Dahme. Insgesamt rechnet der Bauernverband mit rund 41,2 Mio t Getreide, womit das ohnehin schwache Vorjahresergebnis um 1,2 Mio t und das Mittel von 2015 bis 2020 um 3,0 Mio t verfehlt würde. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hatte dagegen in der vorigen Woche ein Getreideaufkommen von 43,2 Mio t vorausgesagt.

Im Einzelnen beziffert der DBV die Weizenerzeugung auf 20,7 Mio t; das sind fast 2 Mio t weniger als der Raiffeisenverband erwartet und 775 000 t weniger als im Vorjahr eingebracht wurden. Das Aufkommen an Wintergerste veranschlagt der Bauernverband auf 8,4 Mio t, verglichen mit 8,9 Mio t im Jahr 2021. Der DRV rechnet hier mit zumindest 8,6 Mio t.

Wenig Unterschied besteht zwischen beiden Verbänden hingegen in der Einschätzung der Winterrapsernte. Mit 3,7 Mio t liegt die Erwartung des DBV um 50 000 t unter der des DRV; die Vorjahresmenge belief sich auf 3,5 Mio t.

Bei den Herbstkulturen sei der weitere Witterungsverlauf in den Sommermonaten entscheidend, stellte Rukwied fest. Für zukünftige Ernten zeigte sich der DBV-Präsident mit Verweis auf das EU-Naturschutzpaket sehr pessimistisch: „Die massiven Einschränkungen, die die EU-Kommission gerade auf den Weg gebracht hat, werden zu einem deutlichen Rückgang der Ernteerträge in ganz Europa führen. Angesichts der dramatischen Nahrungsmittelknappheit in einigen Ländern, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, ist es beschämend, dass Europa nicht versucht, hier zu helfen, obwohl wir es könnten. Wir Bauern fühlen uns moralisch dazu verpflichtet und werden von der Politik daran gehindert.“

Für die nun bevorstehende Getreideernte hoffen die deutschen Bäuerinnen und Bauern laut Rukwied auf beständige sommerliche Witterungsverhältnisse. Damit Mais, Kartoffeln und Zuckerrübenkulturen ihr volles Ertragspotential entfalten könnten, brauche es aber in den nächsten Wochen ausreichende Niederschläge. Diese seien auch für die tierhaltenden Betriebe wichtig, damit eine gute Grundfutter- und Silomaisernte eingefahren werden könne. AgE

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