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GAP-Reform – Timmermans pocht auf größeren Klimaschutzbeitrag

Frans Timmermans; Foto: ©Europaparlament

BRÜSSEL. Einen größeren Klimaschutzbeitrag von der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fordert der geschäftsführende Vizepräsident und hauptverantwortliche Kommissar für den Green Deal, Frans Timmermans. Im Interview mit AGRA-EUROPE unterstrich der Niederländer, dass er sich im Hinblick auf die Entscheidungen des Agrarrates und des Europaparlaments zur zukünftigen GAP „nachdrücklichere Positionen“ gewünscht hätte. Dies gelte vor allem für die Umwelt- und Klimaschutzbestrebungen.

Diese Auffassung teile unter anderem auch Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen, erklärte der Sozialdemokrat. Zwar stimme es, dass die Verhandlungspositionen eine Verbesserung gegenüber der aktuellen GAP darstellten; allerdings gingen diese nicht weit genug, um sie den ambitionierten Zielen des Green Deal anzupassen, konstatierte der Klimakommissar.

Der Klimawandel und der Rückgang der biologischen Vielfalt stellten „die größten Bedrohungen für den Lebensunterhalt der Landwirte“ dar, betonte Timmermans. Allein die Geschehnisse der letzten Jahre mit zunehmender Trockenheit, vermehrten Waldbränden, dem Verlust von Bestäubern sowie dem Anstieg von Krankheiten in Agrarkulturen und bei Nutztieren hätten diesen Trend mehr als verdeutlicht. Ein wichtiges Instrument, dem entgegenzuwirken, seien die neugeschaffenen Eco-Schemes.

Timmermans, der EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski direkt vorangestellt ist, begrüßte in diesem Zusammenhang, dass sowohl Parlament und Rat für dieses Instrument ein Mindestbudget in der Ersten Säule vorschreiben wollen. Mit Nachdruck stellte der Niederländer aber auch klar, dass die Eco-Schemes zu einem richtigen „Game Changer“ entwickelt werden müssten. Was es nicht geben dürfe, sei eine Fortsetzung der bisherigen Greening-Maßnahmen.

Die Kritik des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der zufolge die Reduktionsziele für Pflanzenschutzmittel und andere Forderungen in der Farm-to-Fork-Strategie „kontraproduktiv“ seien, wies Timmermans zurück. Er entgegnete, dass der Übergang zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen „eine große Chance“ für die Landwirte sei, Produkte mit höherem Mehrwert zu erzeugen und zu verkaufen und zugleich ihre Beziehung zu den Verbrauchern zu stärken.

Die Öffentlichkeit werde es nicht akzeptieren werde, wenn ein Sektor versuche, sich auf Kosten anderer bei der Erfüllung des Green Deal auszuruhen. Dies gelte erst recht, wenn es sich um eine Branche handle, die ein derart umfangreiches europäisches Budget erhalte wie die Landwirtschaft, so Timmermans. Auch die Kritik von US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue am Green Deal wies er zurück. Den Vorwurf, die Brüsseler Vorhaben würden die Zahl hungernder Menschen erhöhen, lässt der Niederländer nicht gelten. Vielmehr bedrohten der Verlust der biologischen Vielfalt sowie der Zusammenbruch von Ökosystemen die Lebensgrundlagen.

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