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EU-Zuckerpolitik - WVZ: Hiesige Branche immer mehr unter Druck

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

BERLIN. Die bundesdeutsche Zuckerbranche steht nach Angaben der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) wegen des ungleichen Wettbewerbs in der Europäischen Union immer stärker unter Druck. Wie der Verband im Rückblick auf die Rübenkampagne 2020/21 heute in Berlin berichtete, ist die Zahl der Zuckerrübenanbauer im Vergleich zur Vorjahresperiode weiter zurückgegangen, und zwar um fast 2 200 oder 9 % auf noch rund 23 640 Landwirte. Außerdem sei der Zuckerrübenanbau um 21 540 ha oder 6 % auf 350 740 ha eingeschränkt worden.

Die Zuckererzeugung aus Rüben nahm deshalb 2020/21 gegenüber dem Vorjahr laut der WVZ um 133 100 t auf 4,103 Mio t ab, obwohl die Rübenablieferung mit 73,3 t/ha um 1 % höher ausfiel und der Zuckergehalt der Rüben im Mittel um 0,27 Prozentpunkte auf 17,86 % zulegte. Durch diese negativen Entwicklungen verliere die Landwirtschaft nicht nur Biodiversität auf dem Acker, sondern auch die wichtigen Umweltleistungen der Zuckerrübe, warnt die Vereinigung.

WVZ-Hauptgeschäftsführer Günter Tissen forderte die Politik erneut auf, die aktuellen Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als Chance zu nutzen, die Wettbewerbsnachteile für die deutsche Zuckerbranche auszugleichen und die Umweltleistungen des Rübenanbaus zu honorieren. „Viele EU-Staaten verschaffen sich durch Kopplungen nationale Vorteile. Der Rübenanbau in Polen und der Slowakei wird ausgeweitet, bei uns geht er zurück. Rübenanbauer in Deutschland dürfen nicht länger in die Röhre schauen, sie brauchen eine verlässliche Perspektive“, stellte Tissen klar. Um den regionalen Anbau zu sichern, müssten Prämienzahlungen in anderen Ländern hierzulande ausgeglichen werden - entweder durch gekoppelte Zahlungen oder durch die Ökoregelungen.

Der WVZ-Hauptgeschäftsführer betonte, dass der Rübenanbau viel für die Umwelt leiste: Das Nitrat im Boden werde abgebaut und die Bodenfruchtbarkeit und -struktur würden verbessert. Der Zwischenfruchtanbau und Mulchsaatverfahren schützten vor Erosion und böten einen Rückzugsraum für Feldvögel. Zudem trage die Rübe zu mehr Biodiversität bei, weil mit ihr eine Blattfrucht in die Fruchtfolge integriert werde und vor der Rübe Zwischenfrüchte angebaut würden. Darüber hinaus sei die Zuckerrübe der Rohstoff für Bioethanol und trage damit zum Ersatz fossiler Treibstoffe bei. „Wir können uns schlicht nicht leisten, die Rübe als wertvollen Teil der Fruchtfolge hier zu verlieren und dafür Zucker zu importieren“, so Tissen. AgE

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