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EU-Pflanzenschutzmittelreduktion - Lins und Liese: Kommission sollte Gesetzesvorschlag zurückziehen

© pixabay

BRÜSSEL. Einige Europaabgeordnete der CDU halten es durchaus für möglich, dass die Europäische Kommission ihren im Juni vorgelegten Vorschlag zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes wieder zurückzieht. Dementsprechend äußerten sich der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Norbert Lins, und der Umweltsprecher der EVP-Fraktion, Dr. Peter Liese, bei ihrer heutigen Online-Pressekonferenz zu der Thematik. Thema. Liese betonte auf Nachfrage von AGRA-EUROPE, er halte die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zug für „größer gleich 50 %“. Lins stimmte der Aussage seines Parteifreundes vollumfänglich zu.

Bekanntlich soll gemäß dem Verordnungsvorschlag der Brüsseler Behörde der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel EU-weit bis zum Jahr 2030 um 50 % reduziert werden. Dazu sollen die Mitgliedstaaten nationale Reduktionsziele innerhalb bestimmter Parameter festlegen, um sicherzustellen, dass das EU-weite Soll auch erreicht wird. Die Kommission will außerdem, dass die Verwendung der gefährlicheren Pestizide bis zum Ende dieses Jahrzehnts halbiert wird. Für besonders scharfe Kritik sorgt indes, dass der Einsatz in jeglichen Schutzgebieten laut dem Kommissionsvorschlag vollständig untersagt würde.

Die beiden CDU-Abgeordneten verwiesen insbesondere auch die scharfe Ablehnung des Vorschlages durch den landwirtschaftlichen Berufsstand. Liese gab außerdem zu bedenken, dass ein Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln in sensiblen Gebieten zu Lasten vieler seltener Bodenbrüter gehen würde. Dies liege daran, dass dann Striegel zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden müssten. Zudem drohe ohne chemischen Pflanzenschutz der Verzicht auf den Anbau von Halmgetreide. Dies würde zu mehr Maisflächen führen, die für Bodenbrüter bekanntlich weniger geeignet seien.

Derweil stellte Lins fest, dass Deutschland aufgrund seines hohen Anteils an Landschaftsschutzgebieten nach Slowenien und Österreich besonders von einem Totalverbot für diese Flächen betroffen wäre. Für den Ausschussvorsitzenden ist der Verordnungsentwurf ein „Totalangriff“ auf den ländlichen Raum und würde die Spaltung zwischen Land- und Stadtbevölkerung noch weiter vertiefen.

Franz-Josef Müller vom Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg, erklärte, dass die Brüsseler Vorschläge einem Berufsverbot gleichkämen. Seiner Einschätzung nach wäre der Obstbau bei einer vollständigen Umsetzung der Pläne in Deutschland „am Ende“. Dann würde die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten massiv steigen.

Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, Joachim Drüke, zeigte sich gegenüber dem Kommissionsvorhaben skeptisch. Zwar sei er grundsätzlich für eine deutliche Reduzierung des chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Allerdings seien die Brüsseler Pläne viel zu undifferenziert. Wichtig sei, dass auch auf Ackerbaustandorten in Schutzgebieten die Bewirtschaftung möglich bliebe. Laut Drüke ist gerade der Vertragsnaturschutz auf die Kooperation mit den Landwirten angewiesen. Dies sei ein wichtiges Fundament für einen erfolgreichen Naturschutz. AgE

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