Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Radio öffnen
StartPause

realPlayerWinampiTunesWindows Media Player

Entwaldungsfreie Lieferketten - Unternehmen fordern Aufnahme von Buschland und lückigen Gehölzen

Bild von Hans Bijstra auf Pixabay

BRÜSSEL/BERLIN. Im Hinblick auf die für heute Abend erwartete Einigung des Trilogs zwischen Kommission, Rat und EU-Parlament auf eine Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten fordern 19 vorwiegend aus dem Einzelhandel stammende Unternehmen, dass auch Buschland sowie lückige Gehölze in die EU-Regelung mit aufgenommen werden. In einem Schreiben an die drei Trilog-Parteien pochen unter anderem Aldi Nord, Aldi Süd, EDEKA, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount und Rewe sowie Ahold Delhaize und Ecosia darauf, dass die geplante Verordnung auch auf solchen Flächen den Import von Rohstoffen und Waren verbieten müsse, sofern diese mit Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stünden.

Indem auch baumarme Flächen und Buschland in die Verordnung aufgenommen würden, würden den Unternehmen und kontrollierenden Behörden die Umsetzung der Verordnung erleichtert und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle geschaffen, heißt es in dem Schreiben. Auch vor dem Hintergrund der Klima- und Biodiversitätskrise sei die Umwandlung dieser Flächen in Agrarflächen unbedingt zu verhindern zu verhindern.

Konkret wird in dem Brief daran erinnert, dass durch die Einbeziehung „anderer Waldflächen“ in den Geltungsbereich der Verordnung rund 82 % der Savanne in Südost-Brasilien - dem Cerrado - geschützt würden. Wie die Unterzeichner konstatieren, befinde sich diese Landschaftsform an der Grenze der rohstoffbedingten Zerstörung von Ökosystemen im Zusammenhang mit dem EU-Markt.

Schließlich stamme ein Großteil der Soja- und Rindfleischimporte der EU aus dem Cerrado, argumentieren die Unternehmen. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Europäische Union den Schutz dieser artenreichen bewaldeten Savanne gewährleisten müsse. In ähnlicher Weise werde durch die Aufnahme anderer bewaldeter Flächen in die Verordnung sichergestellt, dass 93 % des weißen Caatinga-Waldes in Nordbrasilien geschützt würden, während die Walddefinition in dem vorliegenden Kommissionsentwurf nur einen Schutz von 11 % dieser Flächen vorsehe.

Derweil drängte das Europaparlament bei der Schaffung entwaldungsfreier Lieferketten auf eine deutliche Ausweitung des Geltungsbereichs. Laut den Parlamentariern müssten diese auch für Produkte aus Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch, Geflügel, Mais und Kautschuk sowie Holzkohle und Druckerzeugnisse aus Papier gelten. Gemäß dem Kommissionsvorschlag sollen zunächst lediglich Rindfleisch, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja und Holz einbezogen werden. Dies betrifft auch Produkte, die diese Rohstoffe enthalten oder aus ihnen hergestellt wurden, so etwa Leder, Schokolade und Möbel. AgE/kl

Unsere Kooperationspartner, Unterstützer und Sponsoren

WEITERE NEWS

MÜNCHEN. Die heutige Zustimmung des Bundesrates zum geänderten Tierarzneimittelgesetz (TAMG) ist beim Bayerischen Bauernverband (BBV) auf scharfe Kritik gestoßen. Die darin enthaltene pauschale Forderung einer Antibiotikareduktion um 50 % - noch dazu...

Weiterlesen

BONN/BRÜSSEL. Für Deutschlands Winzer sind die Brüsseler Pläne zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel „von besonderer Brisanz“. Das von der EU-Kommission vorgeschlagene Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln in sogenannten...

Weiterlesen

BERLIN. Eine vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgeschlagene Regelung zur Minimierung der Mineralölbelastung von Lebensmitteln ist am Widerstand der Länder gescheitert. Der Bundesrat stimmt heute einer Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung...

Weiterlesen

BONN. Mit Blick auf den Gewässerschutz gilt es, den Dialog zwischen Landwirtschaft, Behörden sowie Naturschutz- und Wasserschutzorganisationen weiter zu stärken. Darauf hat Dr. Mark Winter vom Industrieverband Agrar (IVA) heute bei einer von seiner...

Weiterlesen

BERLIN. Die deutschen Waldeigentümer haben eine gemischte Bilanz zum Jahr 2022 gezogen. Der Wald befinde sich seit 2018 in einer fortwährenden Krise, stellte der Präsident der „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) - Die...

Weiterlesen

BERLIN. Grundlegende Änderungen am Regierungsentwurf für ein Tierhaltungskennzeichnungsgesetz fordert auch der Handelsverband Lebensmittel (BVLH). Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch mahnte anlässlich der ersten Lesung des Regierungsentwurfes im...

Weiterlesen