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Corona-Pandemie – IG BAU fordert mehr Schutz für Erntehelfer

Alexander Paul Englert Foto: ©IG BAU

FRANKFURT. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Schutz für Erntehelfer auszuweiten. Die bestehenden Regelungen müssten nachgebessert werden, erklärte die Gewerkschaft am Samstag. Der Schutz von Menschen müsse unzweideutig geregelt sein und überprüft werden können.

Laut dem stellvertretenden IG BAU-Bundesvorsitzenden Harald Schaum enthalten die derzeitigen Vorgaben schwerwiegende Mängel. Der Schutz der Arbeitskräfte vor Covid-19-Infektionen sei nicht sichergestellt. Gleichzeitig führten die Regelungen zu einer „bisher nicht gekannten Abhängigkeit der Beschäftigten“. Wegen der Quarantäne sei es den Erntehelfern nicht ohne weiteres möglich, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn dieser gegen seine Pflichten verstoße.

„Wir fordern klare Regelungen, die weder beim Infektionsschutz noch bei Sozial- und Arbeitsbedingungen oder der Bezahlung Interpretationsspielräume lassen“, so Schaum. Viele aktuelle Medienberichte bestätigten die Erfahrung, dass Missstände nicht nur in der Fleischindustrie bestünden. Auch in der Landwirtschaft gebe es gravierende Verstöße gegen Hygienevorschriften, wie etwa die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.

„Unerlässlich“ sind laut dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden ausreichend häufige und unangekündigte Kontrollen vor Ort. Diese müssten auch in Privatwohnungen ermöglicht werden, in denen Saisonarbeiter oftmals auf engstem Raum „zusammengepfercht“ würden. Bessere Regeln und Kontrollen würden den Schutz der Menschen genauso verbessern wie den der korrekt arbeitenden Betriebe vor „Dumpingkonkurrenz“.

Sichergestellt werden muss der Gewerkschaft zufolge zudem der Zugang von Beratungsnetzwerken für Wanderarbeiter zu den Saisonbeschäftigten. Nur durch diese Änderungen könnten die stark gestiegenen Besorgnisse der Herkunftsländer, der Saisonarbeiter und der hiesigen ausgeräumt werden.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Saisonarbeiter werden heute auch bei einem Treffen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit der rumänischen Arbeitsministerin Violeta Alexandru thematisiert. Die Ministerinnen werden sich laut Klöckners Ressort in Berlin außerdem über Gesundheitsschutz sowie die Rückkehrmöglichkeiten austauschen.

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