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Appell an SPD und FDP - Staatliche Förderung von Biokraftstoffen beenden

© Pixabay

BERLIN. Einen sofortigen Förderstopp für Biokraftstoffe fordern Umweltverbände sowie eine Reihe von Wissenschaftlern, darunter die Agrarwissenschaftler Prof. Peter FeindtProf. Sebastian Lakner und Prof. Alois Heißenhuber. Sie appellieren in einem Schreiben an Abgeordnete der Bundestagsfraktionen von SPD und FDP auf, ihre bisherige Zustimmung zu einem Einsatz von Biokraftstoffen zu überdenken und sich für das Ende der staatlichen Unterstützung von Biokraftstoffen auf der Basis von Nahrungs- und Futtermitteln einzusetzen.

„Wir fordern die FDP- und SPD-Fraktion auf, die klima- und umweltschädliche Subventionierung von Biokraftstoffen sofort zu stoppen und sich dem Vorschlag von Bundesumweltministerin Steffi Lemke für einen Biokraftstoff-Förderstopp anzuschließen“, erklärt der Geschäftsführer vom Deutschen Naturschutzring (DNR), Florian Schöne. Angesichts der Debatte um die Ernährungssicherheit und der anhaltenden Biodiversitätskrise sei es nicht zu verantworten, Nahrungsmittel wie Weizen, Mais oder Rapsöl für Biokraftstoffe zu verwenden.

Den Unterzeichnern zufolge sind Biokraftstoffe mitverantwortlich dafür, dass sich Pflanzenöle global betrachtet in den letzten zwei Jahren und insbesondere seit Beginn des Ukraine-Krieges von allen Lebensmitteln am stärksten verteuert haben. Rund 78 % des in der EU eingesetzten Biodiesels und 96 % des Bioethanols würden vor allem aus Pflanzenölen und Getreide hergestellt, die auch der menschlichen Ernährung dienen könnten. Allein die in Deutschland im Jahr 2021 zu Biokraftstoff verarbeitete Getreidemenge von 2,4 Mio t würde ausreichen, um ein Jahr lang fast 16 Millionen vom Hunger bedrohte Menschen mit einer täglichen Getreideration zu versorgen, heißt es in dem Schreiben.

Der Biokraftstoffkonsum der EU-27 beanspruche rund um den Globus insgesamt eine Fläche zwischen 5,1 Mio ha und 8,9 Mio ha. Das seien deutlich mehr als die 4 Mio ha Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF), die die EU als Reaktion auf den Ukraine-Krieg nun vorübergehend für den Ackerbau zugelassen habe. „Ein Biokraftstoff-Förderstopp wäre demnach ein weit größerer Gewinn für die Ernährungssicherung als die Freigabe der Artenschutzflächen“, so die Autoren. AgE

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