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Afrikanische Schweinepest - DBV pocht auf konsequentere Bekämpfung

(c) DBV

BERLIN. Mit Blick auf den mittlerweile dritten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einer Hausschweinehaltung in Brandenburg hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Forderung nach einer konsequenteren Bekämpfung der Tierseuche erneuert. „Angesichts der sich stetig ausbreitenden Tierseuche müssen die bisherigen Krisenstrukturen und die dort getroffenen Entscheidungen offensichtlich deutlich verbessert werden“, erklärte heute der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Schweinefleisch, Hubertus Beringmeier. Die Entwicklung zeige, dass in den betroffenen Bundesländern wirkungsvollere Maßnahmen benötigt würden, um die Seuche zu stoppen und zurückzudrängen.

Gefragt sind laut Beringmeier eine höhere Schnelligkeit, eine bessere Einheitlichkeit und eine stärkere Konsequenz. Als wichtigste Elemente benannte er eine koordinierte und konsequente Entnahme von Wildschweinen entlang der polnischen Grenze und den unverzüglichen Aufbau eines zweiten Schutzzaunes. Angesichts des „enormen, dauerhaft zu erwartenden Seuchendrucks“ von polnischer Seite sollte allen Verantwortlichen in den betroffenen Bundesländern klar sein, dass die Bekämpfungsmaßnahmen über Jahre hinweg mit entsprechendem personellem und finanziellem Umfang installiert werden müssten.

Darüber hinaus sind laut Beringmeier alle Schweinehalter angehalten, ihre Biosicherheitsmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen. Tierhaltungen von Kleinsttierhaltern müssten gegebenenfalls gegen Entschädigung beendet werden. Ferner sei es dringend erforderlich, angemessene Vermarktungsmöglichkeiten für Schweinehalter in den Restriktionszonen zu finden oder adäquate Entschädigungsregelungen einzuführen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erinnerte an die Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und appellierte an die Bundesländer, die Hausschweinebestände zu schützen und die Einhaltung der Biosicherheitsauflagen zu kontrollieren.

In Sachsen-Anhalt bat Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert derweil die Bevölkerung um Mithilfe. „Wenn jemand beim Pilze sammeln, Joggen oder Spazieren gehen tote Wildschweine entdeckt, sollten diese Funde umgehend beim Veterinäramt gemeldet werden“, erläuterte die Ministerin. Nach ihren Angaben kann dazu auch die „Behördenhotline“ mit der Telefonnummer 115 genutzt werden.

An die tierhaltenden Betriebe appellierte die Grünen-Politikerin, alle Biosicherheitsmaßnahmen nach der Schweinehaltungshygieneverordnung strengstens einzuhalten. Nur so könne das Eintragen des ASP-Erregers in einen Hausschweinebestand verhindert werden. Die Ministerin mahnte zudem, Mitarbeiter aus von der ASP betroffenen Ländern aufzuklären, dass aus diesen Gebieten keine Schweinefleischerzeugnisse mitgebracht werden sollten. Diese Lebensmittel sollten gar nicht erst nach Deutschland gelangen. Der Übertragungsweg „Mensch“ wird laut Dalberts Ressort weiterhin als der wahrscheinlichste angesehen. AgE

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