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Afrikanische Schweinepest - BÖLW und Tierschutzbund fordern Erhalt der Außenhaltung

(c) pixabay

BERLIN. Anlässlich der Branchengesprächs zur Krise am Schweinemarkt haben der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutsche Tierschutzbund gefordert, die tiergerechte Außenhaltung von Schweinen im Rahmen der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht einzuschränken. Statt einer Aufstallung müssten andere Maßnahmen ergriffen werden, auch um der Außenhaltung angesichts des notwendigen Umbaus der Tierhaltung eine Perspektive zu bieten, erklärten die Verbände heute in Berlin.

BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig betonte, Seuchenschutz und Perspektiven für die artgerechte Tierhaltung müssten „Hand in Hand gehen“. Aktuell würden Betriebe, die in mehr Tierwohl investiert hätten, mit pauschalen Aufstallungsgeboten in den Ruin getrieben. Umstellungswillige Landwirte schauten ganz genau hin, wie mit den Höfen in den betroffenen Regionen umgegangen werde, so der BÖLW-Geschäftsführer. Wie Politik den Rahmen für diese Betriebe gestalte, fließe mit in Umstellungsentscheidungen ein.

Nach Angaben der Geschäftsführerin Wissenschaft beim Tierschutzbund, Dr. Esther Müller, ist eine Aufstallung von an Auslauf oder Freiland gewöhnten Tieren immer mit erheblichen Einschränkungen für das Wohlbefinden der Tiere verbunden. Gerade bei Schweinen komme es meist zu „massiven Tierschutzproblemen“. Daher müsse immer im Einzelfall geprüft und entschieden werden, welche wirksamen alternativen Maßnahmen die Seuchensicherheit eines Betriebes gewährleisten und die ASP fernhalten könnten. „Eine pauschale Aufstallungsanordnung darf aus Tierschutzsicht nicht erfolgen“, so Müller.

Die Umweltorganisation Greenpeace pochte unterdessen auf den Abbau des Schweinebestandes. Laut Landwirtschaftsreferent Martin Hofstetter werden sich nur so Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht und die Preise stabilisieren lassen. „Entscheidend“ sei aber die langfristige Perspektive. Um die gesetzlich vorgegebenen Klimaziele für 2045 zu erreichen, müsse die Zahl der Tiere in der Landwirtschaft halbiert werden.

Nach Einschätzung von Hofstetter hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bislang nichts unternommen, um die betroffenen Landwirt beim anstehenden Umbau der Tierhaltung zu unterstützen. Stattdessen wolle die Ministerin den inländischen Konsum und den Export ankurbeln; dieser „hektische Aktionismus“ mit kurzfristigen Eingriffen in den Markt werde aber weder das strukturelle Überangebot an Schweinefleisch noch die ökologischen Probleme lösen. AgE

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