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30 Jahre deutsche Einheit – Born sieht Wiedervereinigung auch für die Landwirtschaft als Glücksfall

Dr. Helmut Born; Foto: ©DBV

BERLIN. Ungeachtet der gerade auch im ostdeutschen Agrarbereich teils holprig verlaufenen Anpassungsprozesse hält der ehemalige Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, die Wiedervereinigung für einen Glücksfall der Geschichte. Die Ereignisse von 1989 und 1990 sowie die damals handelnden Akteure in Politik und Verwaltung flößten ihm nach wie vor Respekt ein, erklärte Born gestern bei einer virtuellen Diskussionsrunde der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) zum 30-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung.

Der ehemalige DBV-Generalsekretär betonte die gravierenden Unterschiede, die damals zwischen der ost- und westdeutschen Landwirtschaft existierten. So hätten den mehr als 600 000 Familienbetrieben westlich der Elbe rund 6 000 planwirtschaftlich organisierte Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) im Osten gegenübergestanden. Dennoch sei es in den folgenden Jahren gelungen, die Weichen dafür zu stellen, dass die Agrarwirtschaft in den „jungen Bundesländern“ viel schneller als beispielsweise die Industrie wieder Tritt gefasst habe, erläuterte Born. Dazu hat nach seiner Ansicht auch die im Juli 1990 unterzeichnete Warburger Erklärung für eine gesamtdeutsche landwirtschaftliche Interessenvertretung beigetragen. Diese hatte dem einzelnen Bauern unter anderem die freie Entscheidung über die Bewirtschaftungsform seines Betriebes freigestellt, sei es als Wiedereinrichter oder als juristische Person.

Born räumte allerdings ein, dass die ersten drei Jahre des wiedervereinigten Deutschlands gerade in der Landwirtschaft für viele mit erheblichen Härten verbunden gewesen seien. Größtes akutes Problem sei die soziale Abfederung der Abwanderung von rund 80 % der ursprünglich in dem Agrarsektor Beschäftigten gewesen. Umso wichtiger seien die vom Bauernverband unterstützte gleichwertige Behandlung aller Arbeitslosen in Stadt und Land sowie der rasche Aufbau von Arbeitsbeschäftigungsmaßnahmen gewesen, so der ehemalige DBV-Generalsekretär.

Born hob hervor, dass die Landwirtschaft in beiden Teilen des wiedervereinigten Deutschlands erhebliche Strukturanpassungen hinter sich gebracht habe. Sorgen bereiteten aber die nach wie vor geringe Tierbesatzdichte und der dominante Ackerbau im Osten, die eine Wertschöpfung wie in Teilen Westdeutschlands verhinderten. Born hält daher die Suche nach betrieblichen Alternativen, einem vielfältigeren Ackerbau und neuen Unternehmenskonzepten langfristig für wichtiger als beispielsweise die aktuelle Debatte um außerlandwirtschaftliches Kapital in ostdeutschen Agrarunternehmen.

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