Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Radio öffnen
StartPause

realPlayerWinampiTunesWindows Media Player

Finanzierungsinstrument für Unternehmen – Verkauf und Rückpacht von Agrarflächen kann günstige Option sein

Foto: ©Hans-Dirk Reinartz

BRAUNSCHWEIG. Flächenverkäufe in Verbindung mit einer Rückpacht - ein sogenanntes „Sale and lease back“ (SLB) - können unter bestimmten Voraussetzungen ein betriebswirtschaftlich vorteilhaftes Finanzierungsinstrument für landwirtschaftliche Unternehmen sein. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Jarmila Curtiss von der Universität Halle und Bernhard Forstner vom Thünen-Institut in einer Analyse, die sie im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erarbeitet haben und bei der zahlreiche Experten aus den Bereichen Banken, Unternehmens- und Steuerberatung sowie Flächenmanagement interviewt wurden. Danach erweitert SLB die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen um ein unbürokratisches und schnell umsetzbares Instrument, das keiner aufwändigen Bankenprüfung unterliege.

Eine attraktive Option kann dieses Instrument den Wissenschaftlern zufolge insbesondere bei hohen stillen Reserven im Bodenvermögen sein, die im Zusammenhang mit stark im Wert gestiegenen Eigentumsflächen entstanden sind. Als weitere Faktoren werden eine steuerlich günstige Behandlung von Veräußerungsgewinnen und die Verwendung der Erlöse für die Abwendung finanzieller Engpässe oder für vielversprechende produktive Investitionen genannt. In den meisten Fällen sei jedoch eine Kreditaufnahme für die Betriebe gegenwärtig die bessere Variante der Finanzmittelbeschaffung, schränken die Autoren ein.

Laut Curtiss und Forstner hat der Verkauf und die Rückpacht von Agrarflächen in den letzten Jahren vor allem in Ostdeutschland an Bedeutung gewonnen. Käufer seien zumeist nichtlandwirtschaftliche Investoren, darunter vor allem Privatpersonen mit hohem Vermögen. Eine Gefahr für die Agrarstrukturentwicklung sehen die befragten Experten den Autoren zufolge gleichwohl bislang nicht. Neben Investoren spielten Landgesellschaften als Käufer eine Rolle. Die von ihnen angebotene Rückkaufoption werde aber nur in Einzelfällen genutzt.

Als Hemmnisse für SLB identifizieren die Forscher das Grundstückverkehrsgesetz und den darin verankerten Vorrang für Landwirte beim Flächenkauf. Vor allem in Westdeutschland stehe zudem die ausgeprägte Bindung der Landwirte an das Bodeneigentum einer breiteren Anwendung dieses Instruments entgegen. Eine weitere Zunahme der SLB sei daher allenfalls in den neuen Ländern zu erwarten.

Unsere Kooperationspartner, Unterstützer und Sponsoren

WEITERE NEWS

BERLIN. Gegen pauschale Pflanzenschutzmittelverbote spricht sich die CDUCSU-Bundestagsfraktion in einem Antrag zum Brüsseler Vorschlag für eine europäische Pflanzenschutzverordnung aus. Der Antrag wird heute in den Bundestag eingebracht und nach...

Weiterlesen

BERLIN. Für den Deutschen Bauernverband (DBV) wird Vizepräsident Detlef Kurreck an der Sitzung der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) in der nächsten Woche teilnehmen. Er vertritt DBV-Präsident Joachim Rukwied. Der Präsident des...

Weiterlesen

BRÜSSEL. Einige Europaabgeordnete der CDU halten es durchaus für möglich, dass die Europäische Kommission ihren im Juni vorgelegten Vorschlag zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes wieder zurückzieht. Dementsprechend äußerten sich der...

Weiterlesen

BERLIN. Die diesjährige Kartoffelernte in Deutschland ist kleiner ausgefallen als im vergangenen Jahr. Das zeigen vorläufige Zahlen, die heute vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegt wurden. Demnach dürfte die Erntemenge bei rund 10,3 Mio t...

Weiterlesen

BERLIN. Seine Kritik am Brüsseler Verordnungsvorschlag zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatz hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) nochmals untermauert. „Mit ihrem Vorschlag zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln schießt...

Weiterlesen

QUEDLINBURG. Die Hängepartie um die weitere Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen stößt bei den Ländern auf Kritik. Die Agrarministerkonferenz (AMK) forderte vergangene Woche die beteiligten Bundesressorts auf, die Abstimmungen über die...

Weiterlesen