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EU-Naturschutzpaket - Rukwied: Lebensmittelerzeugung Priorität einräumen

© DBV

BERLIN/BRÜSSEL. Im Vorfeld der für morgen geplanten Präsentation des EU-Naturschutzpakets hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, die EU-Komission aufgefordert, dem Ziel einer Stabilisierung der europäischen Lebensmittel- und Getreideerzeugung eine höhere Priorität zu geben und deshalb das Paket noch einmal nachzubessern. Die diesbezüglichen Vorschläge aus der EVP-Fraktion seien "richtig, konsequent und vor allem kurzfristig umsetzbar“, so der vormalige Präsident des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA). In der Debatte um die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gehe es um eine Reihe weiterer Regelungen für unproduktive Flächen, für den Umgang mit Grünland und für Fruchtfolgen.

„Aus unserer Sicht ist es nicht ausreichend, lediglich die Regeln für den Fruchtwechsel zu lockern oder auszusetzen. Auch die so genannten nicht-produktiven Flächen müssen, dort wo es ackerbaulich sinnvoll ist in die Nutzung einbezogen werden können, um zusätzlich Brotgetreide anzubauen“, fordert Rukwied. Aus seiner Sicht sollte Europa aber grundsätzlich über die GAP hinausdenken.

Schließlich würden „etliche“ Studien mit Folgeabschätzungen zur Farm-to-Fork-Strategie übereinstimmend zu dem Ergebnis kommen, dass dies eine Minderung der europäischen Erzeugung in deutlich zweistelliger prozentualer Größenordnung zur Folge haben würde. Zwei Elemente dieser Strategie, zur Pflanzenschutzmittelreduktion und zur Wiederherstellung von Naturflächen, wird die Kommission nun präsentieren.

Aus Sicht von DBV-Präsident Rukwied wird dies jedoch dazu führen, dass zum einen der Schutz von Nutzpflanzen und Ernten deutlich erschwert und mit nicht zielführenden bürokratischen Auflagen ausgebremst wird. Zum anderen würden Flächen in erheblichem Umfang der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen oder in der Nutzung nachhaltig eingeschränkt. Ferner rechnet Rukwied damit, dass beide Vorhaben die europäische Erzeugung in einem erheblichen Ausmaß schrumpfen lassen würden.

„In Anbetracht der gegenwärtigen und absehbar andauernden Situation wäre das absolut kontraproduktiv“, erklärt der Bauernpräsident. Daher fordert er, diese Kommissionsvorschläge „dringend“ noch einmal zu überarbeiten. Gleichzeitig betont Rukwied, dass der Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität „für uns Bauern große Bedeutung hat“ und die Landwirtschaft den Transformationsprozess weiterhin vorantreibe. So führe der Ukraine-Krieg eindringlich vor Augen, dass Europa zusätzlich der Aufgabe Versorgungssicherheit gerecht werden und nachjustieren müsse. AgE

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