Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Radio öffnen
StartPause

realPlayerWinampiTunesWindows Media Player

Agrarstrukturen - LBV-Präsident Rukwied sieht selbst leistungsfähige Betriebe gefährdet

© Gero Breloer

FELLBACH. Vor einem Aus selbst leistungsfähiger landwirtschaftlicher Betriebe im Südwesten hat der Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV), Joachim Rukwied, gewarnt. Diese seien stark gefährdet. „Die Produktionskosten für unsere Betriebe sind massiv angestiegen und der regionale Lebensmittelabsatz ist aufgrund der Billigkonkurrenz aus Teilen Europas eingebrochen“, berichtete Rukwied heute bei der LBV-Mitgliederversammlung in der Schwabenlandhalle Fellbach. Der Strukturbruch der vergangenen Jahre gehe unvermindert weiter.

Besonders unter Druck steht laut Rukwied die Schweinehaltung. Das Statistische Landesamt habe im Juni die aktuellen Zahlen dazu veröffentlicht. „In Baden-Württemberg haben weitere 200 Schweinebetriebe innerhalb eines Jahres aufgegeben; das sind fast 10 % der schweinehaltenden Betriebe insgesamt“, erklärte der Verbandspräsident. Der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch sei auf 45 % abgesackt. „Die Zukunft eines einst starken und traditionellen Betriebszweiges ist in höchstem Maße gefährdet“, stellte Rukwied fest.

Der LBV-Präsident mahnte deshalb zum wiederholten Mal, dass die Tierhalter „endlich“ ein klares Bekenntnis aller Marktbeteiligten in der Kette zur regionalen Erzeugung und schnelle politische Entscheidungen bräuchten, die Zukunftsperspektiven erkennen lassen würden. Die Politik müsse beim Umbau der Tierhaltung nun Tempo machen. „Unsere Schweinehalter müssen jetzt zügig wissen, wie es weitergeht. Dafür brauchen wir die Einführung einer Herkunftskennzeichnung, eine stabile Finanzierung des Umbaus und gleichzeitig Erleichterungen im Bau- und Genehmigungsrecht“, unterstrich Rukwied.

Nur gemeinsam mit der Landwirtschaft könne die Nahrungsmittel-, Energie- und Rohstoffversorgung gesichert, der Klimawandel bekämpft und die Umwelt geschützt werden, gab der Bauernpräsident zu bedenken. Deshalb müssten auch die Farm-to-Fork-Strategie, der Green Deal und die Regeln zur Förderung im Rahmen der Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2023 im Sinne der Ernährungssicherung überprüft und nachjustiert werden. AgE

Unsere Kooperationspartner, Unterstützer und Sponsoren

WEITERE NEWS

BONN. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat in dieser Woche einen Gesetzentwurf zur Haltungskennzeichnung an die Wirtschaft zur Stellungnahme verschickt. Sehr kritisch bewertet der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) dieses Papier und warnt...

Weiterlesen

BONN. Der Verkauf von Zertifiziertem Saatgut (Z-Saatgut) über alle Getreidearten ist im Wirtschaftsjahr 2021/22 gestiegen. Nach Angaben des Getreidefonds Z-Saatgut (GFZS) erhöhte sich die betreffende Vermarktungsmenge im Vergleich zu 2020/21 um...

Weiterlesen

LONDON. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Prognose für das globale Getreideaufkommen 2022/23 heute zwar geringfügig nach unten korrigiert, erwartet aber weiterhin die historisch zweitgrößte Ernte. Die Londoner Fachleute beziffern die...

Weiterlesen

BERLIN. Der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Detlef Kurreck, ist neuer erster Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Der Diplom-Agraringenieur wurde heute von DBV-Präsident Joachim Rukwied zum Nachfolger von Werner...

Weiterlesen

LUZERN. Der Schweizer Molkereikonzern Emmi hat im ersten Halbjahr 2022 trotz deutlich höherer Erlöse spürbare Einbußen beim Ergebnis hinnehmen müssen. Die Emmi-Gruppe erwirtschaftete einen Umsatz von 2,016 Mrd sfr (2,09 Mrd Euro); das waren 7,0 %...

Weiterlesen

Die Züchtung gewinnt durch den Green Deal an Bedeutung. Experten geben einen Einblick in die Züchtung sowie ihre Möglichkeiten und stellen das Projekt Klimafit vor.

Kampf gegen den Klimawandel, Senken des Ressourcenaufwands und die Reduktion des...

Weiterlesen